200 Menschen, darunter viele Familien mit Kindern, haben am Samstag, 13.06.26, trotz Platzregen und zahlreicher anderer Veranstaltungen auf der Fahrraddemo von WESTprotest ein Zeichen für Menschen, Bäume und Klimaschutz gesetzt – und für eine Sanierung des Westschnellwegs im Bestand!
Das bedeutet, dass nur die Brücken, die nicht mehr saniert werden können, durch neue Brücken ersetzt werden sollen. Der Rest bleibt.
Die in der öffentlichen Diskussion geforderten Zahlen zur Versachlichung, die die niedersächsische Straßenbaubehörde (NLStBV) bis jetzt nicht geliefert hat, sind einfach zu ermitteln. Alle Brücken auf dem 4 km langen Westschnellweg nehmen laut Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) 606 m ein. Das sind lediglich rund 15% der Gesamtlänge.
Wenn die NLStBV jetzt erklärt, nur diese 606 m Brücken oder besser noch, nur die Brücken „mit Restnutzungsdauer kleiner 25 oder 30 Jahre“ zu erneuern, spare weder Geld noch Bauzeit gegenüber einer Optimierung der gesamten 4 km für den Autoverkehr, ist das schwer nachvollziehbar. Es ist auch dieselbe Behörde, die uns am Südschnellweg erzählte, eine Begrenzung des Ausbaus auf 21 m Breite, die sie jetzt für den Westschnellweg anstreben, sei aufgrund der Richtlinien unmöglich.
Hier zeigt sich: Was möglich ist, ist eine Frage der Prioritäten und der politischen Vorgaben.
Vor diesem Hintergrund ist es ein Skandal, dass die Behörde eine reine Sanierung der Fahrbahn außerhalb der Brücken in der heutigen Bestandsbreite nicht einmal ernsthaft prüft!
Durchschnittlich 21 m neue Breite des Straßenquerschnitts hieße, dass der Damm, auf dem die Straße verläuft, zu beiden Seiten verbreitert werden müsste. Die vorhandenen Bäume auf den Böschungen würden abgeholzt, da die Böschungen weiter außen neu angelegt werden müssten. Oder es müssten, statt der Böschungen, meterhohe Stützwände beidseitig der Straße betoniert werden.
Bei 21 m neuer Querschnittsbreite sind Lärmschutzwände noch nicht einmal eingerechnet. Für die Errichtung von Lärmschutzwänden sind zusätzliche Aufstellbreiten rechts und links nötig.
Für mehr Schutz der Anwohner:innen vor Verkehrslärm braucht es aber weder eine breitere Straße mit Lärmschutzwänden noch die Beseitigung der straßenbegleitenden Vegetation: Eine sorgfältige Sanierung der Fahrbahnen im Bestand mit geräuschminderndem Asphalt und mit angemessenem Tempolimit tut es auch.

